Interreg IVA-Projekt "Acta Publica"

Das Interreg IVA-Projekt "Acta Publica - Historische Quellen aus Mähren und Niederösterreich als Grundlage zur Überwindung von Grenzen und Barrieren" zwischen dem Diözesanarchiv St. Pölten und dem Mährischen Landesarchiv in Brünn startete am 1. September 2009.

Das Projekt dient in erster Linie der historischen Weiterbildung der Menschen beiderseits der Grenze. Durch die virtuelle Bereitstellung historischer Quellen wird ein einfacher, grenzüberschreitender Zugang zu den schriftlichen Materialien der gemeinsamen Geschichte des niederösterreichisch-mährischen Raumes gewährleistet. Konkret sind die Erschließung und die digitale Bereitstellung von Matrikenbüchern (Tauf-, Trauungs- und Sterbebüchern) aus den Diözesen St. Pölten, Wien und Brünn, die unter anderem das Grenzgebiet zwischen Mähren und Niederösterreich umfassen, geplant. Zur Erreichung des Projektzieles sind umfassende Digitalisierungsarbeiten, die Erschließung des Quellenmaterials durch gemeinsam definierte Standards und die Entwicklung eines Online-Portals mit entsprechenden Recherchemöglichkeiten notwendig.

Die Implementierung entsprechender Hilfsmittel und Werkzeuge in dieses Portal garantiert eine einfache Benutzung des online zur Verfügung stehenden Quellenmaterials. Die digitalen Daten können im Rahmen von Seminaren, Kursen und Workshops, die gemeinsam mit Forschungsinstitutionen, Universitäten und Schulen aus Niederösterreich und Mähren abgehalten werden, zum Erwerb hilfswissenschaftlicher und historischer Fertigkeiten herangezogen werden. Die gemeinsame technologische Infrastruktur, die vor allem Server und Software betrifft, wird aufgrund bereits vorhandener Lösungsansätze realisiert.

Das Projekt spricht in erster Linie alle Menschen des mährisch-niederösterreichischen Grenzraumes an, die sich für Geschichte und Kultur ihrer Heimat interessieren. Durch die digitale Bereitstellung der Tauf-, Trauungs- und Sterbebücher wird gewährleistet, dass jeder Bewohner/jede Bewohnerin des Raumes grundsätzlich durch das Vorkommen von Vorfahren in diesen Büchern zu potentiellen Nutzern werden. Das Interesse und die Akzeptanz des Projektes wird daher entsprechend hoch sein. Darüber hinaus richten sich die begleitenden Angebote auf dem Wege von E-Learning sowie von Seminaren, Tagungen und Workshops speziell an Schulen, Universitäten, historisch interessierte Personen ohne und mit Vorkenntnissen sowie auch an Wissenschaftler und Heimatforscher. Die Bereitstellung historischer Quellen im Internet bringt für diese Gruppen immense Vorteile: die Möglichkeit, Archivalien überall und jederzeit einzusehen. Beschränkte Öffnungszeiten, Reise- und Benutzungskosten, technische Mängel oder fehlende räumliche und personelle Kapazitäten, die eine Benutzung oftmals erschweren, gehören damit der Vergangenheit an; zugleich ist der offene Zugang zu relevanten historischen Quellen und die langfristige Bewahrung von wichtigem Kulturgut gewährleistet.